#Twittersperrt: Overblocking in Sozialen Netzwerken

Overblocking

#Twittersperrt: Overblocking in Sozialen Netzwerken

Twitter sperrt seit einiger Zeit Accounts ohne ersichtlichen Grund. Nun hat es die einzige jüdische Zeitung in Deutschland getroffen.

13. Mai 2019

ist der Hashtag, unter dem sich heute viele Nutzer aufregen. Der Grund: Das soziale Netzwerk hat seit heute den Account – wegen einer vermutlichen Bagatelle. 

Schon seit Wochen steht Twitter immer wieder in der Kritik, Accounts womöglich unberechtigt zu sperren. Hintergrund dafür ist eine Meldefunktion gegen Desinformation vor der anstehenden Europawahl. Diese Funktion können die User nutzen, um Fake News zu melden.

Allerdings fehlt dem US-Unternehmen offensichtlich Personal. Denn sobald eine Beschwerde nicht bearbeitet wird, bleibt ein Account hängen. Die Tweets bleiben zwar, bis auf den Betroffenen, sichtbar, aber der Nutzer hat keinen Zugriff mehr auf seinen Account. Nutzer können den beanstandeten Tweet dann entweder löschen und wieder Zugriff erhalten, oder einen Einspruch gegen die Beurteilung von Twitter einlegen.

Unter dem Hashtag „“ sammeln die Nutzer nun Beispiele, die darstellen, dass das Unternehmen mit der jetzigen Politik weit über das Ziel hinausschießt. 

Phänomen: Overblocking

Overblocking heißt dieses Phänomen und ist nicht unbekannt. Es bezeichnet die technische Verhinderung eines Vorgangs anhand von Algorithmen, die Ausnahmen und Sonderfälle nicht beachtet. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger weist in ihrem Tweet auf die Gefahren des Overblockings hin.

Nach einer Studie der Friedrich-Naumann-Stiftung wurden, je nach Netzwerk, nach den eingegangenen Beschwerden unterschiedlich oft Lösch- oder Sperrmaßnahmen ergriffen. Bei Facebook handelt es sich um 18,9 Prozent der beanstandeten Inhalte, bei Twitter um zehn Prozent und bei YouTube um 26 Prozent.

Es erscheint nicht ausgeschlossen, dass im Zuge veränderter politischer Stimmungslagen in der Gesellschaft Overblocking zu einem späteren Zeitpunkt ein größeres Problem darstellen wird, als dies möglicherweise heute der Fall ist.

Mehr zum Phänomen Overblocking lesen Sie in der Studie , der Friedrich-Naumann-Stiftung.