Sabine Leutheusser-Schnarrenberger bekräftigt Skepsis gegenüber Körperscannern
12. Januar 2010
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Gespräch mit dem Spiegel:
„Wenn es letztendlich einen Scanner gäbe, der wirklich nicht mehr den Körper sichtbar macht, sondern nur mögliche Gefahrenstellen, dann könnten wir darüber reden. Aber eben nur dann und nur unter klaren Voraussetzungen: Die Intimsphäre muss gewahrt sein, und es darf keinerlei gesundheitliche Beeinträchtigungen geben. Ich kann Ihnen heute nicht sagen, ob und wann es ein solches Gerät geben könnte. Ich habe noch keines gesehen.“
Die Ministerin warnte davor, den Nutzen solcher Geräte überzubewerten und deren Einsatz als Allheilmittel anzusehen. Der Fall des vereitelten Anschlags auf den Flug von Amsterdam nach Detroit vom 25. Dezember müsse sorgfältig analysiert und ausgewertet werden: „One-Way-Ticket, bar bezahlt, kein Gepäck, konkrete Warnung des Vaters an die zuständigen Behörden. Und das alles nützt nichts. Für mich ist damit klar, dass die Datensammelwut, wie sie die Amerikaner betreiben, nicht mehr Sicherheit bringt. Ich finde, wir sollten dringend über die Ausbildung, Qualifizierung und Bezahlung des Sicherheitspersonals an Flughäfen diskutieren.“
Entscheidend sei über eine bessere personelle und finanzielle Ausstattung des Sicherheitspersonals an Flughäfen nachzudenken: „Investitionen in diesen Bereich würden sich lohnen. Schon deshalb, weil wir für meine Begriffe auch stärker bei den Reisenden ansetzen sollten, also gezielt diejenigen heraussuchen müssen, die gründlicher untersucht werden sollten. Das ist die Kunst, und das kann kein Nacktscanner.“
Das gesamte Gespräch können Sie in der aktuellen Ausgabe des Spiegel nachlesen, eine Zusammenfassung finden Sie
hier.
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