17. März 2010 6:24
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger will das 2007 ins Leben gerufene Projekt "Dunkelfeld" weiter unterstützen. "Dunkelfeld" ist die deutschlandweit erste Initiative, die im Umgang mit pädophilen sexuellen Störungen auf Prävention setzt. Das von Professor Beier an der Berliner Charité geleitete Forschungsprojekt bietet Hilfe für Menschen an, die sich selbst aufgrund ihrer pädophilen Neigungen als Gefahr wahrnehmen und sich zum Schutz der Kinder um eine Therapie bemühen.
"Um Kinder vor sexuellen Übergriffen zu schützen, aber auch um ihrer selbst willen, muss diesen Menschen geholfen werden", betont Leutheusser-Schnarrenberger. "Ich halte das erfolgreiche Projekt auch in Zukunft für unbedingt unterstützenswert."
Das Bundesministerium der Justiz fördert das Projekt in den Jahren 2008 bis 2010 mit insgesamt 750.000 Euro. Über die Fördermaßnahmen über das Jahr 2010 ist noch nicht entschieden.
Die Unterstützung des Projekts "Dunkelfeld" reiht sich ein in das jahrelange Engagement der Bundesjustizministerin im Kampf gegen sexuellen Missbrauch.
Unter anderem hatte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger in ihrer ersten Amtszeit als Bundesministerin der Justiz (1992-1996) erstmalig den Besitz, den Erwerb und die Weitergabe kinderpornographischer Schriften unter Strafe gestellt und die Anwendbarkeit des nationalen Strafrechts auf Fälle sexuellen Missbrauchs durch Deutsche bei Auslandsreisen ausgedehnt.
Der Schutz der Opfer, vor allem von Kindern, ist für Leutheusser-Schnarrenberger schon immer ein zentrales politisches Ansinnen. Sie ist seit vielen Jahren Mitglied im Kinderschutzbund und war Schirmherrin von Dunkelziffer, einem Verein, der sich der Hilfe sexuell missbrauchter Kinder annimmt.
Im Zusammenhang mit den jüngst bekannt gewordenen Missbrauchsfällen auch in der katholischen Kirche hat die Bundesjustizministerin mehrfach und nachdrücklich eine lückenlose Aufklärung und eine bessere Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden gefordert. Die kircheninternen Richtlinien zum Umgang mit Missbrauchsfällen seien in diesem Punkt nicht ausreichend.
Auch der Kampf gegen Kinderpornografie im Internet geht weiter. Mit dem Grundsatz "Löschen statt Sperren" wird auf das Verursacherprinzip gesetzt: Die Hintermänner müssen gestoppt und der Schmutz dauerhaft aus dem Netz entfernt werden. Besonders wichtig ist dabei, auch die vom Ausland aus eingestellten Seiten zu löschen. Deshalb wird nicht nur auf eine bessere grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Polizeibehörden gesetzt, sondern auch auf eine stärkere Selbstregulierung der IT-Branche, etwa durch die INHOPE-Initiative. Kinderpornographisches Material muss möglichst schnell und unbürokratisch im jeweiligen Standortland des Servers gelöscht werden. In einem ersten Schritt wurde daher dafür gesorgt, dass das Bundeskriminalamt bei der Entdeckung solcher Seiten nicht nur die jeweilige Interpol-Kontaktstelle in diesem Land informiert, sondern auch den dortigen INHOPE-Partner der IT-Branche. Die Erfahrung mit phishing-Seiten, also den Seiten, bei denen Bankdaten im Internet abgefangen werden, hat gezeigt: Zwischen den einzelnen IT-Unternehmen sind die Wege oft sehr viel kürzer als zwischen Staaten und Behörden.
LINKS:
--> Dunkelziffer (http://www.dunkelziffer.de/home.html)
--> Kinderschutzbund (http://www.dksb.de/Content/start.aspx)
--> Dunkelfeld (http://www.kein-taeter-werden.de/)
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Sabine Leutheusser-Schnarrenberger • Platz der Republik 1 • 11011 Berlin