In der Debatte über eine gesetzliche Frauenquote für Vorstände und Aufsichtsräte hat Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger für ein Wirken des Corporate Governance Kodex geworben. Gleichzeitig forderte sie im Interview mit dem Handelsblatt von der Wirtschaft aber „konkrete Taten“. Frauen ließen sich nicht länger abfertigen, der Unmut sei mit Händen greifbar, so die Bundesjustizministerin: „Die Unternehmen müssen wissen: Wenn sich nichts verändert, hängt das Damoklesschwert einer gesetzlichen Frauenquote über ihnen.“
Umfassende Transparenz forderte die Bundesjustizministerin in demselben Interview von den Internetkonzernen: „Nicht jeder kennt die Spuren, die er im Internet hinterlässt, oder die Daten, die über ihn angelegt werden. Da muss mehr Klarheit herrschen, zum Beispiel über Voreinstellungen und Cookies.“ Hier komme der Selbstverpflichtung der Wirtschaft ebenso große Bedeutung zu wie innovativen technischen Neuerungen. Der Gesetzgeber müsse vor allem bei der Bildung von Profilen im Internet Grenzen ziehen, zeigte sich Leutheusser-Schnarrenberger überzeugt. „Dadurch werden die Rechte des Einzelnen am meisten eingeschränkt.“ Andererseits halte sie nichts davon, immer nur über die Risiken zu sprechen: „Die Chancen des Internets, gesellschaftspolitisch wie wirtschaftlich, sind riesig.“
Lesen Sie hier das komplette Interview.
Nach oben
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger • Platz der Republik 1 • 11011 Berlin