Der vom Kabinett beschlossene Gesetzentwurf des Bundesinnenministeriums zur Reform der Nachrichtendienste wirft viele rechtliche, grundrechtliche und politische Fragen auf. Es handelt sich um die tiefgreifendste Reform der Dienste der letzten Jahrzehnte. Außerdem sind wir gut beraten, uns technologisch nicht noch stärker von den marktbeherrschenden Tech-Unternehmen in den USA abhängig zu machen. Schließlich möchte niemand, dass seine persönlichen Daten bei amerikanischen Sicherheitsfirmen landen!

Videokolumne

Für Bürgerrechte und Freiheit – ein politisches Leben

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger Bundesministerin der Justiz a.D.

Viele Jahre lang habe ich im Deutschen Bundestag für Bürgerrechte und Freiheit gekämpft – als FDP-Abgeordnete aus Bayern und zweimal als Bundesjustizministerin. 1992 zog ich für die FDP in den Deutschen Bundestag ein, zwei Jahre später wurde ich Bundesministerin der Justiz. Von diesem Amt trat ich im Dezember 1995 zurück, nachdem sich die FDP in einer Urabstimmung für den „großen Lauschangriff“ entschied. Danach konzentrierte ich mich auf meine Arbeit als Abgeordnete: Ich war rechtspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion und zwischen 2001 und 2002 sowie von 2005 bis 2009 stellvertretende Fraktionsvorsitzende. 2009 wurde ich erneut zur Bundesjustizministerin ernannt – als erste Ministerin in der Geschichte der Bundesrepublik, die nach einem Rücktritt dasselbe Amt noch einmal übernahm.

Kommunale Politik ist das Herzstück der Demokratie

Seit über 20 Jahren engagiere ich mich als Kreisrätin des Landkreises Starnberg. Für mich ist das mehr als ein kommunalpolitisches Mandat – es ist Ausdruck einer tiefen Überzeugung: Demokratie beginnt vor der eigenen Haustür. Gerade in Zeiten globaler Herausforderungen ist lokales Handeln wichtiger denn je. Deshalb setze ich mich heute auch im Gemeinderat von Feldafing ein – dort, wo ich lebe, und wo politische Entscheidungen den Alltag der Menschen unmittelbar berühren.

Freiheit als Prinzip

Auszeichnung

Liberal Freedom Award

Das Europäische Liberale Forum (ELF) hat mir auf dem ALDE-Kongress zum 50-jährigen Bestehen in Wien den „Liberal Freedom Award for Lifetime Achievement” verliehen. Ein Preis für das liberale Lebenswerk – bei aller Freude macht mich das auch nachdenklich. Ist das der Schlusspunkt unter jahrzehntelanges liberales Engagement? Nein, es ist eine Motivation, weiterzumachen – überall dort, wo ich Menschen von der Bedeutung der Menschenrechte, des Rechtsstaats und der Vielfalt in unserer offenen Gesellschaft überzeugen kann.

Antisemitismus

Lesung gegen das Vergessen 2026

Am 10. Mai 1933 verbrannten Studierende in vielen Städten, auch in München, Bücher von Autorinnen und Autoren, die von den Nationalsozialisten diffamiert und ausgegrenzt wurden. Ich möchte daran erinnern, denn es kann immer wieder geschehen, dass Werke von Autoren aus unterschiedlichen Gründen verboten werden.

Die im Kabinett beschlossenen Sicherheitsgesetze gehören im Parlament auf den Prüfstand. 150 000 Bürgerinnen und Bürger haben ihre Bedenken in der Petition zum Ausdruck gebracht. Zu tiefer Eingriff in unsere Grundrechte zu wenig Transparenz über die Verwendung persönlicher Daten. Zu wenig Rechtsstaatlichkeit. Wir müssen wachsam bleiben.
Cookies und Datenschutz auf dieser Website
Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung

Technisch notwendig
Diese Funktionen sind für den Betrieb der Website erforderlich, zum Beispiel das Speichern Ihrer Cookie-Auswahl. Sie sind immer aktiv.


Cookies und Datenschutz auf dieser Website

Auf unserer Website binden wir externe Inhalte von Drittanbietern ein, etwa Videos von Vimeo. Dabei können personenbezogene Daten übertragen werden. Wir laden diese Inhalte erst nach Ihrer Zustimmung. Technisch notwendige Funktionen sind davon nicht betroffen.